Ratgeber

Die Geschichte von DOVO und der Klingenstadt Solingen

Geografie und Geschichte von Solingen

Solingen gilt schon seit Jahrhunderten als das Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie. Das Erzvorkommen, die angrenzenden Wälder als Holzlieferant, sowie die geographische Nähe zur Handelsstadt Köln machten die Region rund um Solingen schon früh zu einer der weltweit bedeutendsten Lieferanten für Schneid- und Besteckwaren.

Geografie 

Solingen ist Teil des Bergischen Landes, eine Mittelgebirgsregion auf der rechten Seite des Rheins. Die Stadt ist Bestandteil der Metropolregion Rheinland und Mitglied im Landschaftsverband Rheinland.

Geschichte der Stadt 

Woher der Name Solingen stammt ist bis heute ungeklärt, als gesichert gilt jedoch, dass sich der Name „Bergisches Land” vom Grafengeschlecht De Berge ableitet.
Schon seit dem Jahr 1200 ist in Solingen das Klingenhandwerk nachweisbar. Das bewaldete Gebiet lieferte den Pionieren auf dem Gebiet der Klingenfertigung optimale Rohstoffe um ihrem Handwerk nachzugehen.

Für die Vergabe der Manufaktur-Privilegien waren die Grafen von Berg zuständig und durch geschicktes Wirtschaften konnte enger Kontakt mit der Handelsstadt Köln hergestellt werden. Zu Beginn wurden die Waren aus Solingen dort noch unter dem Namen „Kölner Schwerter” gehandelt, bevor der Herkunftsbegriff Solingen weltberühmt wurde. Die Einwanderung von süddeutschen und österreichischen Schwertschmieden, zusammen mit ihrem führenden Know-How, machten die Region um Solingen zum ersten Namen in der Produktion von Klingen. 

1571 erhielten die Solinger Messermacher ihre Privilegien und mussten fortan ihre Produkte mit der Aufschrift ME FECIT SOLINGEN, aus dem Lateinischen für SOLINGEN MACHTE MICH, kennzeichnen.
Aber nicht nur die Schwertschmiede, sondern auch das verwandte Handwerk der Scherenmacher konnte sich im 16. Jahrhundert in Solingen etablieren. Sie erhielten 1794 ihre Privilegien.

Aber in Solingen wurde nicht nur produziert sondern auch geforscht. Die stete Verfeinerung von Klingenhandwerk, Fertigungstechnik und Materialforschung ist seit jeher fester Bestandteil der Region, so wurde beispielsweise der Tiegelgussstahl 1811 hier erfunden.
Eine große Ehre wurde der Stadt Solingen 1856 zuteil: Nach der preußischen Städteordnung erhielt die Messerstadt ihre Stadtrechte.
Bis heute sind über 90% der Unternehmen der Besteckbranche in Solingen ansässig, sie ist nach wie vor die Klingenstadt Deutschlands.
Aber so viel Erfolg zieht auch Negatives nach sich. Vermehrt häufen sich am Markt Fälschungen und billige Nachbauten, die sich zu Unrecht mit dem guten Image Solingens schmücken wollen. Achten Sie deshalb bitte beim Kauf darauf, dass sie von einer vertrauenswürdigen Quelle kaufen und somit echte Solinger Qualität ihr Eigen nennen können.

Die Geschichte von DOVO und MERKUR

DOVO

Im Jahre 1916 gründete Carl Dorp in Wald bei Solingen seine Rasiermesserfabrik. Zuvor hatte er als Zeichen seiner Fabrikation ein Männchen mit Hammer und Schwert in die Zeichenrolle eintragen lassen: den Hammer als Symbol für die Rasiermesserschmiede und das Schwert als Zeichen der Fabrikation und der handwerklichen Vollendung seiner Produkte. Bei der Gründung war auch noch der Kaufmann Carl Arthur Voos Teil der Firma, was zum Namen Dorp & Voos führte.
Die Gesellschaft wurde nach dem ersten Weltkrieg aufgelöst und Dorp verblieb als alleiniger Inhaber.

1942 übergab Dorp dem gelernten Rasiermesserschleifer und Fabrikanten Fritz Bracht das gesamte Unternehmen. Nach den Trümmerjahren übernahm sein Schwiegersohn den Betrieb und schaffte es mit jungen und temperamentvollen Arbeitskräften, Teil des deutschen Wirtschaftswunders zu werden.

In den Folgejahren wuchs das Unternehmen. Dutzende Arbeitsstellen wurden geschaffen, indem das Produktportfolio um Scheren, Zangen, Maniküreetuis und ähnliches erweitert wurde. Auch durch die Übernahme von Partnerunternehmen wie Tennis, Bismarck, Fontana oder Merkur – um nur einige zu nennen, ging der steile Aufstieg von DOVO weiter.  Ein breites Sortiment an hochwertigen Rasiermessern aus dem Hause DOVO trifft nach hundert Jahren heute auf die Renaissance des Rasiermessers und trägt wieder das Zeichen des DOVO-Männchens in die ganze Welt hinaus.

MERKUR

Emil Hermes gründete sein Unternehmen 1896 in Solingen. Da der Markenname Hermes jedoch bereits vergeben war, entschied er sich für die römische Bezeichnung des Götterboten Hermes und so wurde der Name MERKUR als Markenzeichen eingetragen.

Durch die Fabrikation von hochwertigen Bart- und Rasierhobeln sowie Taschenmessern und Haarschneidemaschinen machte sich Merkur schnell einen guten Namen. Schon die ersten Nassrasierapparate Anfang des 20. Jahrhunderts hatten bereits einen Sicherheitskamm, in der Funktion sehr ähnlich, wie man es heute von einem klassischen Rasierhobel kennt. Bis heute spiegeln die Rasierer der Marke Merkur in Design, Verpackung und Reklame den Geschmack vergangener Jahre wieder.
Als größter Kunde von MERKUR übernahm DOVO 1996 das Unternehmen. Seitdem erfolgte die traditionsreiche Herstellung von Rasierhobeln der Marke Merkur mit der ebenso traditionsreichen Herstellung von Rasiermessern der Marke DOVO unter einem Dach.

Die Manufaktur heute 

Die meisten Produkte fertigen wir komplett in Deutschland. Die Schneidwaren wie Rasiermesser, Scheren oder Zangen werden wie vor 100 Jahren in Solingen hergestellt.
DOVO verbindet dabei klassisches, seit Generationen vererbtes Know-How mit modernen Fertigungstechniken und dem Strukturwandel. Der manuelle Anteil in der komplexen Fertigung beträgt weit über 50%, während einfachere Arbeiten teilweise von Robotern erledigt werden.

Traditionsunternehmen mit Zukunft

Wir sind stolz darauf, ein traditionsreiches Familienunternehmen zu sein. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns auf den Lorbeeren alter Tage ausruhen. Auch bei uns in Solingen hat die Modernisierung und Digitalisierung Einzug gehalten und wir arbeiten hart, um dem DOVO Qualitätsversprechen auch im 21. Jahrhundert treu zu bleiben. Mit dem Herzblut unserer erfahrenen Mitarbeiter und der einzigartigen Geschichte der Marke DOVO als Vorbild gehen wir selbstbewusst in die Zukunft und tragen das Erbe von Carl Dorp und Carl Arthur Voos weiter.